
Ihr Interesse an der Zusammenarbeit mit iranischen Theaterschaffenden begründete MASS & FIEBER so:
- Der Iran verfügt über eine lange und außerordentlich reichhaltige narrative und darstellende Kultur, die seit über 100 Jahren auch moderne Theaterformen kennt und praktiziert.
- Aus der Geschichte des Freiheitskämpfers Wilhelm Tell lassen sich Parallelen sowohl zur jüngeren iranischen Revolutionsgeschichte, als auch zu älteren Mythen des Landes ziehen.
Theaterfestival einheimische Theaterschaffende mit Theaterleuten aus aller Welt treffen. Von Seiten MASS & FIEBERs gab es bereits ein besonderes Interesse für die Arbeit einer Gruppe, die sie aus Videoaufnahmen kannten: Die Teheraner Theatergruppe DON QUIXOTE, deren mythisch-historische Ansätze der eigenen Arbeit verwandt schienen und deren Theaterformen und Ästhetik beeindruckte. Das Fadjr Festival bot die Möglichkeit eines Kennenlernens, erste Gespräche mit Regisseur Ali Asghar Dashti und Dramaturgin Nasim Ahmadpour und ein gegenseitiges Vorstellen von Arbeiten und Visionen verstärkten für beide Seiten den Eindruck, dass hier zwei Theaterkollektive aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen ästhetisch-inhaltlich verwandte Ziele verfolgen.
In dieser Geschichte führt Kaveh, ein Schmied, einen Volksaufstand gegen den grausamen Herrscher Zahhak an, der mit Hilfe des Teufels an seine 1000-jährige Herrschaft kam und aus dessen Schultern - eine List des Bösen - zwei schwarze Schlangen wachsen. Täglich müssen diese Schlangen mit dem Hirn zweier Jünglinge gefüttert werden. Als aber der Sohn des Kaveh der Schlange geopfert werden soll, dringt der Schmied bis in den Ratsaal des Zahhak vor, um sein Kind zu retten. Dort ist der König gerade dabei, seine Herrschaft durch die Unterschriften seiner Ratsherren legitimieren zu lassen, und bietet Kaveh einen Tausch an: Dessen Unterschrift auf dem Vertrag im Austausch gegen das Leben des Sohnes. Der Schmied weigert sich, zerreißt das Schriftstück, nimmt seinen Sohn und geht auf den Marktplatz, wo er das Volk zum Aufstand bewegt. Dann bindet er seine Schürze an eine Lanze und begibt sich mit dieser Flagge der Revolte, gefolgt von seinen Anhängern, zum Haus des jungen Edlen Fereydun. Fereyduns eigener Vater fiel durch die Hand Zahhaks, er selbst ist durch göttliche Zeichen von Geburt an zum gerechten Regenten bestimmt. Aufgefordert vom Volk, die Herrschaft zu übernehmen, rüstet er zum Kampf, besiegt Zahhak und wird an seiner Stelle als Herrscher eingesetzt. Zahhak jedoch tötet er nicht, sondern bringt ihn auf Rat eines Engels ins Gebirge, wo er ihn in einen Käfig sperrt und mit Eisenstäben an eine Felswand hängt.
